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Flagge Albaniens

Flagge Albaniens

Albanien (albanisch: Shqipëria), ist ein Staat in Südosteuropa und grenzt im Norden an Montenegro und Kosovo, im Osten an Mazedonien sowie im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch 362 km Küsten der Adria und des Ionischen Meeres gebildet. Mehr als zwei Drittel des albanischen Staatsgebiets werden von Bergland und zum Teil von Hochgebirgsregionen eingenommen. Höchster Berg Albaniens ist mit 2764 m der Korab, nordöstlich von Peshkopia direkt an der Grenze zu Mazedonien gelegen. Mit 282 Kilometern Länge ist der Drin der längste Fluss des Landes.

Tirana ist die Hauptstadt des Landes und der einzige Flughafen befindet sich in Rinas, ca. 17 km von Tirana entfernt. Er ist benannt nach dem wohl bekanntesten Kind des Landes Mutter Teresa, der Friedensnobelpreisträgerin, die sich ihr Leben lang als “Engel von Kalkutta” um die Ärmsten der Armen in der Welt kümmerte.

Durch die Berge

Durch die Berge

Von da aus starteten wir nach Süden. Wir fahren teilweise über Straßen, die die Bezeichnung wirklich nicht verdienen, selbst „Feldweg“ wäre noch geschmeichelt. Dann gibt es aber auch wieder das krasse Gegenteil, frisch geteerte und relativ breite Fahrbahnen, die sich durch die herrliche Berglandschaft schlängeln. Kilometer pro Stunde ist hier eine relative Größe. Man kann in einer Stunde 60 km zurückliegen. Wenn man Pech hat aber auch nur 10 km. Alles ist möglich in Albanien.

An den Straßenrändern stehen überall Tafeln mit der Aufschrift „Lavazh“, zu Deutsch „Waschanlage“. Die Albaner sind wohl noch autoverrückter wie wir. Dies ist aber angesichts dessen, dass in der alten Zeit keiner einen privaten Pkw besitzen durfte, auch wenig verwunderlich. Und deutsche Wertarbeit scheint gefragt zu sein. Denn man sieht zu 80 % Mercedes, vom Uraltmodell bis zum neuesten Typ. Der Auto-Schwämme Anfang der 90iger Jahre war und ist teilweise noch, die Infrastruktur nicht gewachsen.

Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor ist bisher kaum entwickelt. Auf diesem Gebiet herrschen hier noch idyllische Zustände. Wer 5-Sterne Standards und Party-Meilen bevorzugt ist hier Fehl am Platze. Die Anzahl derer ist überschaubar. Viele Hotels sind kleine, feine aber saubere Familienbetriebe, in denen größtenteils die Albaner ihre Ferien verbringen. Als ausländische Touristen waren wir fast schon Exoten in diesem Land. Wir trafen auf Menschen, so herzlich und hilfsbereit, wie kaum anderswo in unseren bisherigen Urlaubszielen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die großen Touristikunternehmen, Albanien als ihr neues Ziel entdecken. Dann ist zu befürchten, dass der Kommerz und ungezügelte Bauwut diese grandiose Landschaft negativ verändern könnten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen Albaniens schützend ihre Hände über das Land halten und ein sanfter Tourismus Einzug hält.

Grundlage eines weiteren möglichen Wirtschaftszweigs bilden die in jüngerer Vergangenheit entdeckten Rohöl- und Gasvorkommen. Man schätzt ein Gasvorkommen von 3,014 Mia. m³ und ein Ölvorkommen von 2,987 Mia. Barrel. Die Stromerzeugung in Albanien wird zu 97 % durch Wasserkraft abgedeckt. Sozusagen wird fast nur Ökostrom erzeugt. Das heißt aber nicht dass die Versorgung sicher ist. Die Netze sind teils noch veraltet und Stromausfälle an der Tagesordnung.

Deutschland spielt eine wichtige Rolle bei Entwicklungshilfe und Handelspartnerschaft mit Albanien. Im Allgemeinen sind die Deutschen sehr beliebt in Albanien. Fast jeder Albaner mit dem wir sprachen hatte in seinem Lebenslauf eine Arbeitsstelle in Deutschland aufzuweisen, vornehmlich in München. Ob das immer den Tatsachen entsprach, sei einmal dahingestellt.

Müllproblem

Müllproblem

Neben aller positiven Entwicklung, darf man aber die negativen Seiten im “Paradies” nicht beschönigen. Ein immenses Problem ist der Müll, der entweder einfach im Straßengraben abgeladen oder oft aufgetürmt und einfach angezündet wird. Albanien ist derzeit der größte Umweltverschmutzer in Europa. Ein zweites Problem ist die Armut im Lande. 225 € Durchschnittseinkommen im Monat zeugen von enormem Nachholbedarf. Aber auch die vorhandene Korruption zeigt, dass es noch ein langer, steiniger Weg ist bis zur am 28.04.2009 beantragten Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

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Leute

Knapp 3,2 Mio. Albaner bevölkern ihr Land. Gut ein Sechstel leben in der Hauptstadt. Viele Albaner leben und arbeiten auch im westlichen Ausland und steuern mit ihren Geldüberweisungen in die Heimat, erheblich zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes bei.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Balkanstaaten ist Albanien mit 10 % ethnischen Minderheiten sehr homogen. Jedoch sind diese Gruppen meist anerkannt und integriert. Seit 1968 herrschte in Albanien offizielles Religionsverbot. Kirchen und Moscheen wurden entweder dem Erdboden gleichgemacht oder zweckentfremdet als Turnhallen oder Kulturhäuser genutzt. Erst zur politischen Wende 1990, wurde die  offene Religionsausübung wieder zugelassen. Geprägt durch die jahrhunderte Osmanische Herrschaft, sind ca. 60% der Bevölkerung muslimischen Glaubens und etwa 30 Prozent Christen. Sozusagen ist Albanien, nach der Religiosität gesehen, ein Muslimischer Staat. Wir hatten aber nicht den Eindruck in Selbigem unseren Urlaub zu verbringen. Keine verschleierten Frauen, kaum ein Albaner der 5 -mal täglich gen Mekka betet. Islamischer Glaube wird hier nicht annähernd so gelebt wie in der Arabischen Welt. Die Verhältnisse verschieben sich immer mehr zu Gunsten der westlichen Kirchen. Wie schon in den Zeiten vor dem Religionsverbot ist die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz unter den Anhängern der alteingesessenen Religionen sehr hoch. Zum Teil werden religiöse Feste gemeinsam gefeiert und auch religiöse Stätten anderer Gemeinschaften aufgesucht. Ehen zwischen Christen und Muslimen waren schon zu Zeiten des Kommunismus für beide Seiten kein Problem und sind in Albanien immer noch an der Tagesordnung. Dies scheint gerade in den Zeiten der gegenseitigen Hasstiraden einiger religiöser Eiferer fast undenkbar. Es sollte Vorbild sein für das friedliche Zusammenleben der Kulturen.

Auffallend viele junge Leute sehen wir auf den Straßen. Trotz auch der hier sinkenden Geburtenrate, wächst die Bevölkerung jährlich. Einer großen Anzahl 15-30 Jähriger ist die noch intakte Altersstruktur zu verdanken. Wir trafen auf Menschen, so herzlich und hilfsbereit, wie kaum anderswo in unseren bisherigen Urlaubszielen. Die Familie nimmt hier einen enorm hohen Stellenwert ein und trotz der Schwierigkeiten haben sie einen gesunden Nationalstolz und lieben ihre Heimat.